Info-Veranstaltung: Betrifft das Umspannwerk auch Michelbach?

Am 24.09.2025 lud die Jagdgenossenschaft Michelbach gemeinsam mit der Bürgerinitiative Albstadt Umspannwerk zu einem Informationsabend über das geplante Umspannwerk in der Nähe des Kreuzungspunkts der Hochspannungsleitungen auf dem Goldberg bei Michelbach ein.
Michael Amberg, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, sowie Alexander Stenger, 1. Vorsitzender der Bürgerinitiative, begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste im Laurentiusheim Michelbach. Anschließend gab Felix Kempf, Schriftführer der Bürgerinitiative, unter der Leitfrage „Betrifft das Umspannwerk auch Michelbach?“ einen Überblick über Hintergründe und aktuellen Planungsstand des Projekts.
Das geplante Umspannwerk nördlich von Michelbach ist eines von über zehn größeren Vorhaben im Rhein-Main-Gebiet, die künftig zur Stabilisierung des Stromnetzes und zur Sicherung der Energieversorgung beitragen sollen. Am Goldberg treffen Leitungen aus Dipperz (bei Fulda), Aschaffenburg und Großkrotzenburg zusammen. Durch das Umspannwerk soll ein flexiblerer Stromfluss zwischen diesen Leitungen ermöglicht werden, um besser auf schwankende Stromerzeugung reagieren zu können. Für die Anlage wird eine Fläche von rund 30 Hektar veranschlagt – davon entfallen etwa 24 Hektar auf die Firma Tennet und je 3 Hektar auf Bayernwerk Netz und Avacon. Die Suchgebiete für das Bauvorhaben beginnen unmittelbar hinter der Wohnbebauung von Michelbach und Albstadt.
Benedikt Schneeweiß, 2. Vorsitzender der Bürgerinitiative, stellte anschließend die Position und Ziele der Initiative vor. Der Bau des Umspannwerks an den bisher vorgesehenen Standorten würde wertvolle Lebensräume geschützter Tierarten wie Feldlerche und Steinkauz gefährden. Auch für Anwohnerinnen und Anwohner wären Belastungen während der Bauzeit sowie eine Beeinträchtigung des Naherholungsgebiets zu erwarten. Zudem müssten Landwirte erhebliche Teile ihrer Nutzflächen aufgeben. Die Bürgerinitiative setzt sich daher gegen einen Standort auf Alzenauer Gemarkung ein und plädiert stattdessen für eine Erweiterung der bestehenden Anlagen in Großkrotzenburg – ein Anliegen, das auch von der Stadt Alzenau unterstützt wird. Bürgermeister Stephan Noll berichtete, er habe Tennet in einer offiziellen Stellungnahme dazu aufgefordert, diesen Vorschlag zu prüfen.
Bei einem ersten Gespräch im Juni 2025, das von Andrea Lindholz moderiert wurde, erklärten Vertreter von Tennet jedoch, der Vorschlag sei aus netztechnischen Gründen nicht umsetzbar. Die Bürgerinitiative sucht daher weiterhin nach Alternativstandorten, die die Interessen der Bevölkerung stärker berücksichtigen. Diskutiert wurden unter anderem Flächen beim Golfplatz Hof Trages sowie Waldgebiete im Besitz der Stadt Alzenau.
Nach den Vorträgen hatten die Michelbacher Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Einschätzungen zu den möglichen Alternativstandorten zu äußern. Dabei wurden auch verschiedene Ideen für das weitere Vorgehen eingebracht – von einer besseren Information der Öffentlichkeit über eine Online-Petition bis hin zu Formen des öffentlichen Protests. Die Bürgerinitiative kündigte an, diese Anregungen in ihre künftige Arbeit einzubeziehen und sich weiterhin engagiert für die Interessen der Bürger einzusetzen.

